Stadtteil Potsdam Westliche Vorstadt

In der Westlichen Vorstadt Potsdams finden sich Unterschiede, die größer nicht sein könnten. Hier ist von DDR-Plattenbauten, über denkmalgeschützte Siedlungen, hin zu einer großen Sportanlage und dem Parkjuwel Sanssouci eine reiche Facette an Eindrücken zu gewinnen.

Potsdam West

Der Ortsteil Potsdam West entstand im Stil einer Gartenstadt in den 1920er bis 1930er Jahren als Wohnsiedlung. 1990 wurde das Viertel aufwändig saniert und steht seither unter Denkmalschutz. Am Havelufer gegenüber befindet sich der ehemalige Luftschiffhafen von Potsdam. Hier wurde zu Zeiten der Deutschen Demokratischen Republik der Olympiastützpunkt Potsdam errichtet, welcher heute die Heimat des 1. FFC Turbine Potsdam.

Brandenburger Vorstadt

Das Gebiet der Brandenburger Vorstadt erstreckt sich über ein Areal beginnend westlich des Brandenburger Tors bis hin zur Havel. Einen großen Teil der Brandenburger Vorstadt macht der berühmte Park Sanssouci mit seinen vielfältigen Parkanlagen und den prunkvollen barocken Bauten aus.

Als in den 1900er Jahren dringend Wohnungen benötigt wurden, fand hier eine großflächige Bebauung statt. Die Wohnungen im Jugendstil waren großzügig dimensioniert und besaßen oft sogar Vorgärten und Balkone, da sie für Beamte und höhere Offiziere gebaut wurden.

In den 1970er Jahren entstanden vor allem im Bereich der Neustädter Havelbucht mehrgeschossige Plattenbauten. Die entstandenen Wohngebiete heißen „Auf dem Kiewitt“ und „Potsdam West“. Letzteres ist heute ein eigener Ortsteil. Auf dem Kiewitt erhielt in den 1980er Jahren eine neuerliche Bebauung. Dieses Mal wurden acht- bis elfgeschossige Wohnblöcke und vier Hochhäuser schlangenförmig an der Neustädter Havelbucht erbaut.

An der Havelbucht liegt das Wasserpumpwerk, das die Wasserspiele und Fontänen des Parks Sanssouci speist. Es wird aufgrund seiner optischen Aufmachung auch „Potsdamer Moschee“ genannt.

Das Brandenburger Tor in Potsdam

Friedrich II. veranlasste 1770 bis 1771 den Bau des Brandenburger Tors am Luisenplatz. Carl von Gontard und Georg Christian Unger leiteten den Bau. Es steht in einer Linie zur St. Peter und Paul Kirche. Bereits 1733 stand an selber Stelle ein einfacheres Tor. Sowohl das alte als auch das neue Tor waren in die Stadtmauer eingebunden und bildeten die Stadtgrenze. Das alte Tor wurde gegen Ende des Siebenjährigen Krieges abgetragen. Das neue Brandenburger Tor war als Zeichen des Sieges optisch an einen römischen Triumphbogen angelehnt. Direktes Vorbild war der Konstantinsbogen in Rom. Jede Seite des Brandenburger Tors wurde von einem anderen Architekten gestaltet. Carl von Gontard war verantwortlich für die Stadtseite, während Georg Christian Unger die Feldseite gestaltete. Erst 1843 wurden die beiden seitlichen Fußgänger-Durchführungen hinzugefügt.

Der Name des Brandenburger Tors rührt daher, dass man es auf dem Weg zur Stadt Brandenburg passieren musste.

1900 wurde die Stadtmauer abgerissen und das Tor blieb als freistehendes Element bestehen.

Luisenplatz

Außerhalb des ehemaligen Stadtgebietes liegt vor dem Brandenburger Tor der Luisenplatz.

Ursprünglich als Holzsammelplatz angelegt, entstand der Luisenplatz 1733 gleichzeitig mit der Stadtmauer. Den Namen Luisenplatz erhielt er aufgrund des 1793 stattgefundenen Empfangs der Prinzessin Luise von Mecklenburg-Strelitz, die später zur geliebten Königin wurde. 1854 erhielt der Platz unter der Leitung von Peter Joseph Lenné eine Fontäne. 1931 fand eine Umgestaltung statt, in der eine Haltestelle mit zwei Fußgängerinseln hinzugefügt wurde. 1999 und 2000 fand eine erneute Platzumgestaltung statt. Dieses Mal in Vorbereitung auf die Bundesgartenschau von 2001. Er erhielt unterirdisch eine Tiefgarage um oberirdisch Platz für eine Bepflanzung mit Lindenreihen zu schaffen.

Viele Restaurants und Cafés scharen sich um den Luisenplatz. Ebenso findet man hier eine Touristeninformation. Wie schon zu DDR-Zeiten werden auch heute noch Feste auf dem Luisenplatz gefeiert.

Park Sanssouci

Der Wunsch Friedrichs des Großen, einen terrassierten Weinberg anzulegen, stellte die Basis zur Schaffung einer der schönsten Parkanlagen Deutschlands dar. Am Südhang des Bornstedter Höhenzugs sollte der Weinberg realisiert werden. Auf der Anhöhe weiter oben standen ursprünglich Eichen, die jedoch unter König Friedrich Wilhelm I. gefällt und zu Befestigungszwecken im sumpfigen Potsdam verwendet wurden. 1715 ließ er erste Weinpflanzungen setzen. Jedoch war die Umsetzung eher lieblos und etwas ungeordnet.

1744 ließ König Friedrich II. zu Weinterrassen umgestalten. Friedrich Wilhelm Ditrich hatte die Leitung darüber. Für die gärtnerischen Arbeiten war Philipp Friedrich Krutisch verantwortlich. 1746 waren die Pläne für die Weinbergterrassen nahezu fertig umgesetzt.

Ab 1745 entstand im Parterre ein im barocken Stil angelegter Ziergarten. Er beinhaltete Blumenbroderien, Rasenflächen und Bosketten. 1748 entstand mittig die „Große Fontäne“, ein vierpassförmiges Brunnenbecken.

Schloss Sanssouci

Auf der Höhe des Parks Sanssouci wurde das Schloss Sanssouci errichtet. Von diesem Standort aus bot es weiten Blick in Landschaft und Natur. Die bereits seit 1739 auf der Anhöhe stehende Bockwindmühle unterstrich das „Ländliche Gefühl“ noch.

Das Schloss wurde rein für die privaten Bedürfnisse des Königs gebaut. Die Nähe zwischen freier Natur und Wohnen war ihm wichtig. Er gestaltete, wie bei vielen unter ihm geschaffenen Bauwerken in Potsdam und Berlin, selbst mit. Er ließ Entwürfe nach seinen Vorgaben anfertigen. Außerdem musste alles vor Umsetzung genau mit ihm abgesprochen werden. Nur zwei Jahre nach dem Entschluss das Schloss zu bauen wurde das noch unfertige Schloss 1747 eingeweiht. Im Sanssouci gab sich der König den Künsten hin und komponierte, musizierte und philosophierte.

Noch bevor mit dem Schlossbau begonnen wurde, ließ Friederich II. eine unterirdische Grabkammer auf seitlich auf der obersten Weinbergterrasse anlegen. Dort wollte er, wenn es soweit war, neben seinen Lieblingshunden beigesetzt werden. Entgegen dieses Wunsches wurde er in der Garnisonskirche neben seinem Vater Friedrich Wilhelm I. bestattet. Erst sehr viel später, nämlich nach dem Mauerfall, wurde dem Wunsch des Königs entsprochen und er fand seine letzte Ruhe endlich in seiner Grabkammer. 1840 wurde unter Friedrich Wilhelm IV. der Seitenflügel um- und ausgebaut. Die letzte Bewohnerin des Schlosses war seine Frau Elisabeth Ludovika. Ab 1873 diente das Schloss Sanssouci musealen Zwecken. Das macht es zu einem der ältesten Schlossmuseen in Deutschland.

Die Kämpfe von 1945 überstand das Schloss erstaunlicherweise unbeschadet. Jedoch brannte die historische Bockwindmühle ab. Danach lag Schloss Sanssouci in sowjetischer Hand und wurde für die Öffentlichkeit geschlossen.

Eine umfassende Gebäuderestauration fand 1966 statt. Seit 1981 ist der Damenflügel, seit 1993 auch die Küche wieder für die Öffentlichkeit zugänglich.

Auf dem gesamten ausgeweiteten Parkgelände entstanden über die Jahrhunderte viele weitere Bauten.

Fazit

Allein schon der Besuch der vollständigen Parkanlage Sanssouci ist ein ganzes Wochenende wert. Besuchen Sie unbedingt die von Menschenhand geformte Schönheit. Sie werden es nicht bereuen.

 

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