Stadtteil Potsdam Babelsberg

Der größte Stadtteil Potsdams, Potsdam Babelsberg, setzt sich aus den drei Ortsteilen Babelberg Nord, Babelsberg Süd und Klein Glienicke zusammen.Potsdam Babelsberg ist über seine Stadt- und auch die deutschen Landesgrenzen hinaus bekannt für seine Medienstadt, in der sich das Filmstudio und der Filmpark Babelsberg befinden. Außerdem sind das Schloss Babelsberg und der ihn umgebende Park ein beliebtes Touristenziel.

Die Geschichte von Babelsberg

1375 wurde das auf dem heutigen Gebiet Potsdam Babelsberg liegende Dorf „Neuendorf“ zum ersten Mal im Landbuch von Kaiser Karl IV. erwähnt. Das Rundplatzdorf stand auf einer Erhebung in der Nutheniederung. Es lebten vor allem deutsche Bauern hier. Mehrfache Verpfändung des Dorfes und der Dreißigjährige Krieg hinterließen schwere Beschädigungen in den kleinen Ort.

Um 1750 n.Chr.

Um 1750 kamen neue Siedler in die Gegend von Neuendorf. Es handelte sich um böhmische Weber, die ihre Siedlung neben Neuendorf anlegten. Ihren baulichen Einfluss sieht man in Form der typischen Weberhäuser noch heute in Potsdam Babelsberg. 1752 bis 1753 wurde hier eine schlichte Barockkirche von Johann Boumann erbaut. Sie ist heute unter dem Namen „Die Friedenskirche“ bekannt. Die Siedlung erhielt die slawische Bezeichnung für Neuendorf „Nova Ves“. Daraus leitete sich später die Bezeichnung des Gebietes als Nowawes ab. Beide Orte funktionierten als eigene Gemeinden. 1862 wurde eine gemeinsame Bahnstation für die Orte errichtet. Diese ist heute als S-Bahnhof Babelsberg bekannt. Zwischen Nowawes und dem Griebnitzsee entstand 1871 am Fuße des Babelsberges die Villenkolonie Neubabelsberg. 1898 bis 1899 wurde in Nowawes das im Stil der Backsteingotik gebaute Nowaweser Rathaus errichtet. Seit 1956 wird dieses als Kulturhaus in Potsdam Babelsberg genutzt. 1907 fand eine Vereinigung von Neuendorf und Nowawes statt. Sie wurden zur Landgemeinde Nowawes. Daraufhin erhielt der Ort 1924 das Stadtrecht. Schon zu dieser Zeit war Babelsberg ein bekannter Filmstandort. In den 1911 gegründeten Filmstudios Babelsberg wurden viele UFA Filmklassiker gedreht. Ab 1933 drehten die Nationalsozialisten in den Studios der UFA ihre Propaganda-Filme.

Der Bezirk und seine Entwicklung

Außerdem wurde es zum Industriestandort der Textilindustrie. Viele Gebäude aus dieser Gründerzeit sind heute noch erhalten. 1938 wurden auch Nowawes und die inzwischen zur Gemeinde erwachsenen Kolonie Neubabelsberg zusammengelegt. Im Zuge dessen änderten die Nationalsozialisten den Namen der Stadt von „Nowawes“ in „Babelsberg“. 1939 wurde Babelsberg dann in Potsdam eingegliedert.In Potsdam Babelsberg gab es von 1944 bis 1945 ein Außenlager des Konzentrationslagers Sachsenhausen. Bereits seit 1941 waren vor allem osteuropäische Zwangsarbeiter in Babelsberger Betrieben tätig. Untergebracht waren sie in Menschenunwürdigen Barackenlagern. Die Kommunisten Heinrich Eichler und Alfred Lehner beseitigten gemeinsam mit sowjetischen Zwangsarbeitern heimlich eine Panzersperre, wodurch der Roten Armee die kampflose Einnahme des Ortes erleichtert wurde.

Während der Potsdamer Konferenz bekamen die Staatsoberhäupter nicht nur jeder sein eigenes Arbeitszimmer im Schloss Cecilienhof, sondern sie quartierten sich auch in Villen in Potsdam Neubabelsberg ein.Zu DDR-Zeiten wurden die Baulücken zwischen den Gebäuden aus der Gründerzeit durch postmoderne Neubauten gefüllt. Jedoch wurden die Fassaden denen aus der Gründerzeit angepasst. Größtenteils sanierte, typische Bauten der klassischen Moderne findet man in Potsdam Babelsberg Süd.

Potsdam Babelsberg Nord

In Potsdam Babelsberg Nord befinden sich nicht nur die Weberhäuser, die man quasi als Wiege des Ortes bezeichnen könnte. Hier ist nördlich gelegen auch aus der Kolonie Neubabelsberg das Villenviertel Potsdam Neubabelsberg entstanden. Außerdem lädt der wunderschöne Park Babelsberg zum Flanieren und zum Bestaunen des Schlosses ein.

Potsdam Neubabelsberg

Das Villenviertel Potsdam Neubabelsberg wirkt ruhig und erhaben. Ein idyllisches Ensemble aus Villen unterschiedlicher Epochen lässt nicht vermuten, welch wichtige historische Ereignisse hier zur Entscheidung kamen.Ab 1871 wurde in Potsdam Neubabelsberg durch die Architekten Wilhelm Böckmann und Hermann Ende ein neues Siedlungsgebiet für wohlhabende Potsdamer und Berliner geschaffen. Später wurde dieses Wohngebiet durch seine Nähe zu den Filmstudios auch für Schauspieler attraktiv.Viele jüdische Neubabelsberger flüchteten in der Zeit des Nationalsozialismus in andere Länder. Die Häuser wurden dann von Nazi-Organisationen genutzt oder weit unter Wert verkauft.Claus Schenk Graf von Stauffenberg baute 1944 in der Villa der Familie von Tresckow die Bombe für das Attentat auf Hitler zusammen.

Zur Zeit der Potsdamer Konferenz 1945 bewohnten Winston Churchill, Harry Truman und Josef Stalin jeweils eine Villa in Potsdam Neubabelsberg.

Winston Churchill bewohnte die Villa Urbig am Griebnitzsee. Seit 2009 hat der SAP Gründer und Milliardär Hasso Plattner hier seinen Wohnsitzt.

Harry Truman bewohnte die auch als Haus Erlenkamp bekannte „Villa Müller-Grote“. Da die Villa weiß angestrichen und er der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika war, erhielt sie den Spitznamen „Little White House“. Es wird behauptet, der Beschluss zum Atombombenabwurf auf Hiroshima und Nagasaki erging hier. Der Befehl wurde durch ihn telefonisch während der Konferenz im Schloss Cecilienhof gegeben.

Die Villa Herpich wurde in dieser Zeit durch Josef Stalin bewohnt. Die Familie Herpich, der die Villa gehörte, musste zuvor in kürzester Zeit das Haus verlassen, damit Stalin hier unterkommen konnte. Im Juli 1945 gab Stalin hier für alle an der Konferenz teilnehmenden Staatsmänner ein Menü.

Zu Zeiten der Innerdeutschen Grenze war Potsdam Neubabelsberg durch ebendiese vom Ufer des Griebnitzsees abgeschnitten.

Heute sind viele Eigentumsverhältnisse Neubabelsberger Villen ungeklärt.

Potsdam Park Babelsberg und Schloss Babelsberg

Der rund 124 Hektar große Park Babelsberg grenzt sowohl an den Tiefen See als auch an den Glienicker See.

Prinz Wilhelm beauftragte 1833 den Hofgärtner Peter Joseph Lenné mit der Anlage einer Gartenlandschaft. Das Geld war knapp und daher die Umstände widrig. So kam Lenné nur sehr langsam voran. Konflikte zwischen Prinz Wilhelm und Prinzessin Augusta führten letztlich zur Entlassung Lennés. 1835 wurde das 1833 im Bau befindliche Schloss eingeweiht. 1843 wurde Fürst Hermann von Pückler-Muskau mit der weiteren Umsetzung beauftragt. Das ursprünglich 72 Hektar große Parkstück vergrößerte sich mit der Zeit durch Ankäufe und Schenkungen.

Nach der Ernennung Prinz Wilhelms zum Thronfolger, wurde das Schloss Babelsberg ausgebaut um dem zukünftigen König gerecht zu werden. 1849 waren diese Arbeiten fertiggestellt.

Im Park Potsdam Babelsberg befinden sich mehrere Gebäude und Aussichtspunkte.

Potsdam Park Babelsberg – Das Dampfmaschinenhaus

Die Schaffung des Dampfmaschinenhauses in den Jahren 1843 bis 1845 erleichterte die Unterhaltung des Parks wesentlich. Nun konnte ein Bewässerungssystem angelegt werden. Das Dampfmaschinenhaus im normannischen Charakter wurde von Ludwig Persius entworfen. In ähnlichem Stil ist auch die Meierei im Neuen Garten in Potsdam aus den gleichen Jahren gehalten. 1845 wurde die erste Fontäne im Park Babelsberg dank der neuen technischen Möglichkeiten eingeweiht. 1865 wurde der Maschinenhalle ein Anbau hinzugefügt, um über mehr Dampfkraft zu verfügen.

Zu DDR-Zeiten befand sich das Dampfhaus im Grenzgebiet zwischen Potsdam und Berlin und verfiel daher zunehmend.

Potsdam Park Babelsberg – Das kleine Schloss

Nach den Entwürfen von Luwdig Persius wurde 1833/1834 erstmals ein nahe am Havelufer gelegenes, einfaches Gartenhaus umgebaut. 1841/1842 erfolgte ein weiterer Umbau um Stil der englischen Tudor-Gotik nach detaillierten Angaben der Prinzessin Augusta. Friedrich Wilhelm, der älteste Sohn des Prinzenpaares, nutzte es sogar bis nach seiner Heirat mit Victoria als Wohnsitz. Danach wurde es als Gäste- und Hofdamenbehausung genutzt.

Später geriet das Gebäude gänzlich in Vergessenheit und wurde 1934 vom Komponisten und Dirigenten Hans Chemin-Petit in Potsdam wiederentdeckt und von 1934 bis 1945 bewohnt. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde es zum Erholungsheim der DEFA. Seit 1950 wird es gastronomisch genutzt.

Potsdam Park Babelsberg – Die Gerichtslaube

1871 wurde nach den Plänen von Heinrich Strack die Gerichtslaube errichtet. Sie stammte eigentlich aus dem 13. Jahrhundert und war ursprünglich am Standort des heutigen Roten Rathauses in Berlin platziert. Strack verwendete die Originalteile, die sich vorrangig aus roten Backsteinen zusammensetzten. Er behielt auch den Mittelpfeiler im Erdgeschoss bei, der symbolisch für Eiche oder Linde stand, unter denen in früheren Zeiten die öffentlichen Gerichtsverhandlungen stattfanden. Auch die Tiersymbolik um den Pfeiler herum blieb erhalten. Sie stellten Sünden dar. Der Affe symbolisierte die Habsucht, während der Adler für die Raubgier und die Schweine für Völlerei und Unzucht standen. Für Hass und Zorn traten Sirenen in der Symbolik ein. Die Spottfigur „Kaak“, die auf einem Fassadeneckpfeiler platziert ist und einen Menschenkopf auf einem Vogelkörper zeigt, steht für Schimpf und Schande.

Im Obergeschoss wurde ein Teezimmer eingerichtet.

Potsdam Park Babelsberg – Der Flatowturm

Als 1848 die holländische Windmühle in Potsdam abgebrannt war, hinterließ sie eine freie, repräsentative Fläche die genutzt werden wollte. An ihrer Stelle wurde von 1853 bis 1856 der Flatowturm errichtet. Der Eschenheimer Torturm in Frankfurt am Main diente als Vorbild. Der Bau des Gebäudes wurde durch die Einnahmen aus der Domäne Flatow in Westpreußen finanziert. Daher rührt der Name des Turms. Durch Vandalismus und Plünderungen in Potsdam 1945 gingen Möbel und Einrichtungsgegenstände verloren.

Zum Park gehören noch viele weitere kleinere und größere Bauwerke.Der Park Potsdam Babelsberg untersteht dem UNESCO Weltkulturerbe.

Potsdam Babelsberg Süd – Heimstadt von Film und Fernsehen

Die Medienstadt Potsdam Babelsberg ist in Babelsberg Süd gelegen. Hier haben die 1911 gegründeten Filmstudios Babelsberg ihren Sitz.In der Deutschen Demokratischen Republik übernahm die DEFA das Studiogelände der UFA und produzierte viele Filme (unter anderem die bekannten DEFA-Märchen) im vom Volksmund genannten „Honnywood“.Nach dem Fall der Mauer wurde unter enormem Investitionsaufwand die Medienanstalt Potsdam Babelsberg errichtet. Hier befindet sich der größte und älteste Filmstudiokomplex Europas. Große nationale und internationale Kinoproduktionen finden hier genauso statt, wie der Dreh von Serien und Seifenopern. Große Hollywoodfilme wie „Der Pianist“ wurden hier geschaffen.

In der Medienstadt haben Anstalten wie der RBB (Rundfunk-Berlin-Brandenburg), die Filmproduktionsgesellschaft UFA und das Deutsche Rundfunkarchiv ihren Sitz. Außerdem sitzen hier das Deutsche Filmorchester Babelsberg, Agenturen und kleinere Medienunternehmen für Film und Fernsehen, sowie zahlreiche Produktionsfirmen. Die Nachwuchsförderung findet im Babelsberger Filmgymnasium und der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf in Potsdam statt.

Potsdam Filmpark Babelsberg

1991 wurde der Filmpark, damals noch unter dem Namen „Film- und TV-Erlebnis“, eröffnet. Seither hat der Park an Größe, Ausstattung und Attraktionen deutlich hinzugewonnen. Hier kann man Originalkulissen besichtigen (und sogar in einigen, die zu Restaurants umgebaut wurden, essen), Requisiten aus Filmen bestaunen (unter Anderem Fuchur aus „Die unendliche Geschichte“), durch Janoschs Traumland schippern, sich im Actionkino ordentlich durchschütteln lassen, nach Gold schürfen, sich von einer Stuntshow faszinieren lassen und vieles mehr.

Immer wieder finden hier auch Thementage, wie z.B. die Walpurgisnacht Ende April, statt.

Fazit

Im Stadtteil Potsdam Babelsberg lohnt sich ein Besuch immer. Ob man nun an der Geschichte des Stadtteils oder den Attraktionen des Filmparks inter

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